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Chávez hatte die Stadtpolizei als Instrument in der Hand der Opposition bezeichnet und deshalb vor einem Monat dem Militär unterstellt. Dies hatte den Generalstreik mit ausgelöst, der am Donnerstag seit 18 Tagen andauerte.
Das Auswärtige Amt in Berlin riet unterdessen allen Deutschen, das Land wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage zu verlassen. In Venezuela leben etwa 8000 Deutsche. Die meisten von ihnen wohnen seit vielen Jahren in dem Land und besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft. Eine offizielle Reisewarnung für Venezuela hat das Auswärtige Amt bisher nicht ausgesprochen. Ohne sie verwehren Reiseveranstalter ihren Kunden in der Regel einen kostenlosen Rücktritt von Reiseverträgen.
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Der Streik in der Erdölbranche Venezuelas trug unterdessen zu einer weiteren Verteuerung von Rohöl bei. Das Barrel (159 Liter) habe am Mittwoch 29,12 Dollar gekostet, teilte das Sekretariat der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien mit. Opec-Öl ist damit teurer als etwa unmittelbar nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington im September 2001.
Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer
Staaten (OAS), César Gaviria, teilte mit, Vertreter der Regierung
und der Opposition hätten bisher keine Einigung über mögliche
Neuwahlen erzielt. Dieses Thema sei bisher noch nicht einmal angesprochen
worden. "Wir können nicht sagen, dass wir einer Lösung nahe wären",
fügte Gaviria hinzu.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,228091,00.html
VENEZUELA
Militär droht streikenden Oppositionellen
In dem seit zwei Wochen andauernden Generalstreik gegen den venezolanischen
Präsidenten Chávez, hat sich nun auch Armeechef Montoya zu Wort
gemeldet. Der General stellte sich hinter den geschwächten Chávez
und drohte den Streikenden mit dem Eingreifen des Militärs.
Caracas - General Jorge García Montoya kritisierte das Vorgehen
der Opposition. Die Streitkräfte würden nicht zulassen, dass die
Wirtschaft durch den Streik zusammenbricht, warnte der Armeechef am Montagabend.
Montoya warf den Streikführern vor, sie würden mit vorgeblich zivilen
Protesten nur ihre politischen Ziele "tarnen". Die Organisation Amerikanischer
Staaten (OAS) mahnte unterdessen in einer Resolution eine verfassungsmäßige,
friedliche und demokratische Lösung des Konflikts unter strikter Beachtung
der Menschenrechte an.
DPA
Armeechef Montoya: Soldaten gegen Wirtschaftschaos
Am Dienstag kam es erneut zu Demonstrationen in der Hauptstadt Caracas. Polizei- und Militär gingen gegen die Demonstranten vor. Am Montag hatten die Chávez-Gegner die Zufahrtsstraßen um die Hauptstadt blockiert. "Die Regierung wird stürzen", riefen die Oppositionsanhänger. Daraufhin hatten Sicherheitskräfte Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt.
Als Folge des Streiks in der venezolanischen Ölbranche stiegen die Ölpreise massiv an. Venezuela ist weltweit der fünftgrößte Erdölexporteur und kann seit Streikbeginn nur noch einen Bruchteil seiner Kapazitäten fördern. Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) betrug am Montag 28,61 Dollar je Barrel (159 Liter), wie das Opec-Sekretariat am Dienstag in Wien mitteilte. Der Preis für Opec-Öl war damit 0,99 Dollar höher als vergangenen Freitag. Der Treibstoff im Land selbst wurde bereits knapp.
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Soldaten besetzten unterdessen am Montag die größte
Raffinerie des Landes in Paraguaná. Der Direktor der bestreikten Anlage,
Edgar Raskin, wurde mehrere Stunden festgesetzt. Anschließend warnte
er davor, die komplizierte Anlage, die eine der größten der Welt
ist, mit nicht ausreichend geschultem Ersatzpersonal wieder anzufahren.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,227625,00.html
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