** "Die Welt
hat mehr Öl als je zuvor. Die weltweiten Ölreserven kletterten
im vergangenen Jahr sprunghaft von 140 Milliarden auf 165 Milliarden
Tonnen..."
teilte der Mineralölwirtschaftsverband
(MWV) am Freitag in Hamburg mit. Zitiert aus Stern online vom
1. Februar 2003.
** Die Weltweiten Ölreserven sind sprunghaft gestiegen.
Dies weil bei einem Ölpreis von 30 $/Barrel der Abbau
eines Teils der kanadischen Ölsande wirtschaftlich wird.Die weltweite
Ölproduktion ist im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent
zurückgegangen.
25/02/03.
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http://www.energiekrise.de/
"Die Welt hat mehr Öl als je zuvor. Die
weltweiten Ölreserven kletterten im vergangenen Jahr sprunghaft
von 140 Milliarden auf 165 Milliarden Tonnen..."
Aktuelle Pressemitteilung
des Deutschen Mineralölwirtschaftsverbandes DMV
Was ist davon zu halten? Zunächst einmal scheint uns die Meldung über den Rückgang der weltweiten Produktion die wichtige Nachricht zu sein. Damit hat die Welt jetzt ein dreijähriges Plateau der Ölforderung erlebt. Was auch immer die Gründe im einzelnen sind, die auch von Jahr zu Jahr wechseln, so zeigt sich die nicht zu leugnende Tatsache, dass das Wachstum gebrochen ist. Die Anspannung auf den Ölmärkten und die Preisvolatilität sind deutlich Zeichen dafür, dass eine weitere Ausweitung offensichtlich auf große Schwierigkeiten stößt. Nun zur "wundersamen" Vermehrung der Reserven. Zunächst eine generelle Bemerkung: Nachdem seit 1980 die neuen Funde die jährliche Produktion nicht mehr übersteigen und tendenziell abnehmen, kann ein Reservewachstum nur über die Neubewertung bereits bekannter Vorkommen und eine offensichtlich nicht angemessene Praxis des Reservereportings von vielen Ländern zustande kommen. Beispielsweise liegen die Neufunde im Jahr 2002 bei etwa 6 Gb, also rund einem Viertel der jährlichen Produktion. Die Beschäftigung mit den wachsenden Reserven lenkt ab von der viel wichtigeren Frage der künftigen Produktionsmöglichkeiten. Eine Analyse des historischen Produktionsverlaufs in den verschiedenen Ländern zeigt, dass wir eine ständig wachsende Gruppe von Ländern haben, die ihr Produktionsmaximum bereits hinter sich haben und wo die Förderung von Jahr zu Jahr abnimmt, sowie eine immer kleiner werdende Gruppe von Ländern, die ihre Produktion vermutlich noch ausweiten können. Entscheidend ist die Frage, wie sich die gegenwärtige Produktionsbasis künftig entwickelt. Selbst Exxon kommuniziert mittlerweile, dass die gegenwärtige weltweite Produktionsbasis bis zum Jahr 2010 um etwa 40 Mio Barrel/Tag einbrechen wird. Wo soll der Ausgleich hierfür herkommen? Zu dem möglichen künftigen Beitrag des nichtkonventionellen Öls aus Kanada, der verantwortlich ist für dieses Reservewachstum, vergleiche unseren Beitrag weiter unten... Unsere wesentliche These ist, dass in einer Zeit wo die meisten Länder ihr Produktionsmaximum hinter sich haben und es kaum noch Neufunde gibt, die Höhe der künftig möglichen Produktion mit der Höhe der Reserven praktisch nichts mehr zu tun hat. Ausserdem stellt sich noch folgende Frage: Warum nimmt man die bisher als "nichtkonventionell" gehandelten Ölressourcen Kanadas gerade jetzt in die Buchhaltung der Reserven auf? Weil der Ölpreis über dreissig Dollar ging (die Reserven von den Produktionskosten abhängig zu machen ist ein im Prinzip sinnvolles Verfahren). So legt dies doch nahe, dass der MWV davon ausgeht, dass der Ölpreis längerfristig über 30 $/Barrel bleiben wird. Andernfalls dürften wir in kommenden Jahren einen ebenso wundersamen Reserveschwund erleben, wenn der Ölpreis wieder unter 30 $ fiele. Die folgende Grafik zeigt die Ölförderung in den Staaten ausserhalb der zentralen OPEC-Staaten und ausserhalb der ehemaligen Sowjetunion, wobei die Länder in der Reihenfolge des Überschreitens des Fördermaximums aufgetragen wurden. Die voraussichtliche Förderkurve bis zum Jahr 2010 ist von der LBST prognostiziert.
Die zweite Grafik zeigt die Ölförderung der restlichen OPEC-Staaten, der Sowjetunion Nachfolgestaaten und der restlichen Staaten (dies ist identisch mit der Summenkurve aus der ersten Grafik). Ebenfalls eingetragen wurde der Beitrag aus Ölsanden in Kanada und Schweröl in Venezuela , sowie deren Fortschreibung bis zum Jahr 2010:
Neues aus
Kasachstan Mehr und mehr wird verständlich, warum sich BP und Statoil von der Erschließung dieses Ölfeldes zurückgezogen haben. Nichtkonventionelles
Öl in Kanada - Syncrude erreicht neuen Rekord Im Jahresbericht von 2001 von Syncrude (siehe unter www.syncrude.com) kann man nachlesen, dass im Jahr 2001 81,4 Mio Barrel Synthetisches Rohöl erzeugt wurden, das sind 223 kb/Tag. Im gleichen Bericht wird auch ein weiterer Rekord erwähnt: Erstmals wurden täglich mehr als 1 Million Tonnen Rohmaterial (Teersand und Abraum) bewegt. Eine kleine Umrechnung zeigt, dass pro kg Öl etwa 33 kg Rohmaterial bewegt wurden. Das entspricht also einer "Nettoausbeute" von 3 Prozent! Beim Konkurrenten Suncor konnte man vor einem Jahr noch eine "Nettoausbeute" von 4 Prozent errechnen. Neben Syncrude erzeugte Suncor im Jahr 2001 noch 105 kb/Tag synthetisches Rohöl ("light sweet" für die Benzinerhstellung geeignet), 23 kb Rohöldestillat (für Heizöl oder Dieselöl geeignet) und 78 kb/Tag Bitumen. Insgesamt wurden in Kanada 301 kb/Tag Bitumen gefördert. Doch der weitere Produktionsausbau ist in vollem Gang. Im Jahr 2002 wurde im Millenium-Projekt die Produktion aufgenommen, die bei optimalem Betrieb die Ölproduktion von Suncor etwa verdoppeln wird. Voraussichtlich wird die gesamte Ölgewinnung aus Teersanden bis zum Jahr 2010 etwa um 1 Million Barrel/Tag ausgeweitet werden. Im folgenden wollen wir kurz die Projekte auflisten, die zur Produktionsausweitung der Bitumenproduktion in Alberta (Kanada) bereits begonnen wurden oder in der Planungsphase sind. Voraussichtlicher Produktionsbeginn im Jahr
Soweit die optimistische Seite. Addiert man diese Pläne, so werden bis 2012 etwa 35 Mrd C$ investiert und die Förderkapazität bestenfalls um 2,2 Mb/Tag gegenüber dem Jahr 2001 ausgeweitet. Beschränkt man sich auf den Zeitraum bis 2010 und läßt die vertagten Projekte (Koch Industries) und die mit ungenanntem Zeithorizont aussen vor, so reduziert sich die Förderausweitung auf ca. 1 Mb/Tag. Nicht berücksichtigt ist hier allerdings ein potentieller Rückgang der Förderung in den bereits vor langer Zeit erschlossenen Gebieten. Im Jahr 2001 wurden 301 kb/Tag Bitumen und 350 kb/Tag synthetisches Rohöl erzeugt. Die tatsächliche Förderausweitung wird wohl geringer ausfallen, da ein Teil dieser alten Produktionskapazität dem Ende entgegen geht. Neben der Vertagung des Projektes von Koch Industries werden sich sicherlich noch weitere Verzögerungen ergeben. So wurde Anfang Januar der Produktionsbeginn von "Aurora 2" bereits auf Frühjar 2005 verschoben. Die Ausweitung "Aurora 3" wird bereits nach heutiger Erkenntnis die geplanten Kosten mindestens um 10 Prozent überschreiten, wie dem aktuellen Quartalsbericht von Syncrude zu entnehmen ist. Dass aber selbst dies noch eher optimistisch sein dürfte, das zeigt eine nähere Betrachtung dieser Projekte. So z.B. ist geplant, in dem 4.9 Mrd C$-Projekt Horizon einen Fluß umzuleiten, um das benötigte Wasser zu erhalten. Dies sowie die Tatsache, dass einige Projekte mit dem Namen des Flusses versehen sind, an dem sie liegen, läßt einen nachdenken: In der Tat werden Teersande nur mit einem ungeheuren Aufwand von Wasser erschlossen. So geht bereits heute ein Viertel des gesamten Süßwasserverbrauchs in Alberta auf das Konto der Öl- und Gasindustrie - und das bei zunehmender Trockenheit im Lande. Darüber hinaus aber gab es bereits in den letzten Jahren deutliche Kostensteigerungen. Dies ist z.B. ein Grund für die Zurückstellung des Projektes "Fort Hill" von Koch Industries. Tatsächlich wird sehr viel Erdgas in der Erschließung eingesetzt. Die beginnende Gaskrise in Nordamerika wirkt sich natürlich auch hier aus. So hat Suncor z.B. in einem Projekt die Umstellung von Gas auf Kohle als wesentliche Energiequelle für die Aufbereitung beschlossen. Ein weiterer Aspekt ist, dass die oben dargelegten Pläne teilweise nur für die Förderung von Teersand gelten. Das Endprodukt ist minderwertiges Bitumen. Um Bitumen zu hochwertigem synthetischem Rohöl (Synthetic crude) weiter zu verarbeiten, müssen noch Raffinerien umgerüstet bzw. aufgebaut werden. So muß Petrocanada seine Abbau-Vorhaben in MacKayRiver und Meadow Creek ergänzen und seine bestehende Raffinerie in Edmonton für etwa 4-5 Mrd C$ umrüsten, um die Weiterverarbeitung zu hochwertigem synthetischen Rohöl zu ermöglichen. Am 16.11.2002 hatten wir darüber bereits berichtet. Norwegen über
das Ölfördermaximum
BP verkauft
seine Nordsee-Ölfelder, um in rentablere Projekte zu investieren
In der Tat dürfte das ein großes Problem im Konzern sein. Fast 70 Prozent der Ölproduktion von BP stammen aus der Britischen Nordsee oder aus den USA (insbesondere Prudhoe Bay in Alaska). Beide Regionen gehen dem Ende der Ölförderung entgegen. Jetzt hat sich der Amerikanische "Mittelständler" Apache gefunden, der Forties und verschiedene Felder im Golf von Mexiko für 1,3 Mrd $ kauft, um die verbleibenden Ölmengen zu fördern. Wo aber wird BP investieren? Heute dürften die beiden wichtigsten Zukunfts-Projekte in Aserbeidschan (Azeri-Chirag-Guneshli) und im Golf von Mexiko (Thunder Horse) liegen. Beides sind Supergiants mit einer Größe von 2-4 Gb (Azeri-Chirag-Guneshli) bzw. 0,5 - 1 Gb (Thunder Horse). Das Engagement in Aserbeidschan wird ca. 14 Mrd $ (oder mehr) erfordern. Das küstennächste Feld Chirag liefert bereits etwa 120 kb/´Tag, wovon BP einen Anteil von 34,13 % hat. Bisher wurden in der ersten Tiefwasserprojektphase von BP etwa 1 Mrd $ investiert. Öl aus dieser Projektphase wird vermutlich ab 2005 fließen und die Ölförderung wird dann schnell auf 1 Mb/Tag ansteigen. Danach wird die Förderung sehr schnell zurückgehen und vermutlich bis 2020 ganz eingestellt werden. (Mehr Informationen dazu hier: ) An Thunderhorse hält BP 75 % Anteil, die restlichen 25 % liegen bei Exxon Mobil. Die Entwickung von Thunderhorse und Thunderhorse North, einem Satellitenfeld der selben Struktur wird laut BP bis 2010 etwa 15 Md Dollar erfordern (siehe hier: ). Die Förderung wird nach 2005 beginnen und im Maximum etwa 1 Mb/Tag erreichen. "Ölwechsel!"
im Spiegel der Presse
"Ölwechsel!"
- Das erste Buch von Energiekrise.de ist da! Eine Rezension der FAZ finden Sie unter www.faznet.de unter "Book". Wenn Sie in die Suchmaske als Titelsuche "Ölwechsel" eingeben. Leider läßt sich kein permanenter Link auf die Datenbank der FAZ legen. Norsk Hydro
findet immer weniger Öl Von den insgesamt 1,3 Milliarden Kronen Explorationsausgaben im dritten Quartal 2002 entfallen auf die Abschreibung der erfolglosen Bohrungen in Angola (Block 34 und 25) allein 480 Mio Kronen, auf trockene Löcher im Golf von Mexiko 300 Mio Kronen, sowie auf erfolglose Aktivitäten in dänischen Gewässern weitere 140 Millionen Kronen. Ebenfalls erfolglos waren die Explorationsbemühungen in der Karibik bei Trinidad&Tobago. Einzig in Kanada wurde erfolgreich exploriert (Ölfeld Anapolis). Die Erfolgsbilanz der vergangenen fünf Jahre ist in der folgenden Grafik dargestellt und den Einnahmen aus der Ölproduktion gegenüber gestellt. Der Anstieg der Einnahmen aus der Produktion im Jahr 2000 war nur zum Teil auf eine Produktionsausweitung, im wesentlichen aber auf die um den Faktor 3 gegenüber 1999 gestiegenen Ölpreise zurückzuführen. Auch in den Jahren 2001/ 2002 konnte die Förderung ausgeweitet werden. Einmal aufgrund der Förderaufnahme im zweitgrößten kanadischen offshore Ölfeld (Terra Nova) sowie durch einige kleine Felder in norwegischen Gewässern. Zum zweiten aber vor allem durch die Ausweitung von Beteiligungen an bereits bestehenden Ölförderanlagen.
Die Ölprodukion
in Oman ist über das Maximum Shell plant
den Rückbau "Schon die Baumeister im alten Ägypten bauten für die Ewigkeit. Dass ihre himmelhohen Pyramiden eines Tages Fels für Fels abgetragen werden könnten, lag außerhalb ihrer Logik. Wie die Pharaonen wird auch die Ölindustrie angesichts erschöpfter Reserven bald in die Geschichte eingehen." Bob Hemmings von Shell Exploration UK beruhigt alle Leser - die aufgrund der technischen Herausforderung "Rückbau" vielleicht nervös geworden sein könnten - mit den Worten: "Erst zwischen 2010 und 2015 werde Shell die meisten seiner rund 70 Nordsee-Bohrinseln stilllegen" Die holländische
Gasförderung bald am Ende Insbesondere Exxon äußert sich in dieser Richtung. So steht auf der homepage zum Gasfeld Groningen u.a. folgendes: "While Groningen continues to play a major role in meeting daily energy needs, it also has added value as a capacity provider. It can quickly supply gas when the other fields alone can't satisfy peak demand - in the early morning hours, during cold winter months and in the event that major offshore sources are shut down. ... With more than 40 trillion cubic feet of gas remaining, Groningen is still a giant that is expected to be a key producer for up to another 25 years and a smaller-scale producer for 25 years after that." [http://www2.exxonmobil.com/Corporate/Newsroom/Publications/TheLampSpr02/page_1.html] Doch diese optimistische Darstellung gibt zu Zweifeln Anlaß. Einmal äußert die NOGEPA (Netherlands Oil and Gas Exploration and Production Association), dass die Gasförderung aus kleinen Gasfeldern künftig sehr schnell zurückgehen werde und bis etwa 2020 ganz aufhören werde. Aber auch, dass dann Groningen in der Produktion hochgefahren werden könne, ist zweifelhaft. Zwar berichtete das Oil and Gas Journal am 19. Februar 2002, dass Exxon und Royal Dutch/Shell für 1 Milliarde Dollar weitere Verdichter mit einer Gesamtleistung von 500 MW auf dem Feld installieren würden. Doch damit wird man die Förderung trotzdem nicht ausweiten können, wie der Verkaufsdirektor von Gasunie, Dirk Bensdorp bei einem Vortrag am 18. Oktober 2001 in Paris aufzeigte. Dort wurden unter anderem folgende zwei Grafiken über die künftige Gasförderung in Holland gezeigt. Die erste Grafik ("capacity planning yesterday") zeigt eine optimistische Sichtweise der Gasförderung bis zum Jahr 2020. Demnach beginnt die Förderung aus den kleinen Feldern (Gasproduction non-Groningen) langsam nachzulassen. Das Gasfeld Groningen würde in der Förderrate sehr schnell zurückgehen und bis 2010 würde die Förderung - ohne weitere Maßnahmen - wohl ganz eingestellt werden müssen. Doch durch die oben erwähnten kostspieligen Maßnahmen (in der Grafik mit Compression Groningen bezeichnet) wird die Produktion länger aufrecht erhalten und der Produktionsrückgang gedämpft. Aber es bleibt immer noch ein Produktionsrückgang. Zusätzlich wird das mit UGS bezeichnete Gas aus der Untergrundspeicherung berücksichtigt. Doch hier handelt es sich im wesentlichen bereits um Gasimporte aus Norwegen und Russland.
Die zweite von Gasunie vorgestellte mit "Capacity Planning tomorrow" bezeichnete Variante beinhaltet dieselben Gasvolumina mit dem Unterschied, dass die kostspielige Druckerhöhung in Groningen nicht mehr als Option gesehen wird.
Im Unterschied zu den gezeigten Szenarien von Gasunie ist die NOGEPA pessimistischer, was die Förderung aus den kleinen Feldern betrifft. NOGEPA erwartet ab 2002 einen linearen Förderrückgang bis zum Jahr 2020. Danach werden die Felder weitgehend entleert sein. Welche Zukunftsbetrachtung dürfte wohl realistischer sein: Die von Exxon veröffentlichte, dass das Feld Groningen noch für 25 Jahre auf heutigem (oder sogar erhöhtem) Niveau und weitere 25 Jahre auf reduziertem Niveau Gas liefern werde, oder die vom Holländischen Verband der Öl und Gas Explorateure und Produzenten, dass die Förderung aus kleinen Feldern bis 2020 ganz aufhören werde, sowie die Darstellung aus dem Hause Gasunie (der mit Abstand größte holländische Gaslieferant), dass die Förderung in Groningen auf jeden Fall stark zurückgehen wird und vermutlich bis 2010 ganz beendet sein werde (Scenario: "Capacity Planning Tomorrow"). Das möge jeder Leser für sich entscheiden. Auch die russische
Firma Lukoil zieht sich vom Kaspischen Meer zurück Damit werden die Prognosen einer deutlichen Ausweitung der Ölförderung am Kaspsichen Meer immer unwahrscheinlicher. So z.B. ging das US Energieministerium in seinen Analysen davon aus, dass bis zum Jahr 2010 die Ölförderung von heute ca. 1 Mb/day auf 2,5 Mb/day ausgeweitet werde. Tengiz war hier mit mindestens 0,6 Mb/day eingeplant (heute 0,25 Mb/day), Azeri-Chirag-Guneshli mit mehr als 1 Mb/day (heute ca. 0,13 Mb/day). Nach unserer Einschätzung wird diese Ausweitung auf etwa 1,5 Mb/day begrenzt bleiben. Noch im Jahr 2000 hatte der Präsident von Kasachstan verkündet, dass man vielleicht mal Saudi Arabien in der Ölförderung überholen werde (Saudi Arabien fördert etwa 8 Mb/day). _____ Neues von
der Ölförderung in Kasachstan Nicht ganz, denn wie in der Maiausgabe von Petroleum Economist zu lesen steht, wurde TengizChevroil wegen der Umweltauswirkungen des abgelagerten Schwefels vom obersten Gerichtshof in Kasachstan zu 72 Millionen Dollar Strafzahlung verurteilt, da hiervon gravierende Gesundheitrisiken für die einheimische Bevölkerung ausgehen. (Wir berichteten am 6. Juli 2002 bereits hierüber). Nun hielt TengizChevroil dem entgegen, dass es sich hierbei nicht um einen Abfall handle, sondern eben um ein Koppelprodukt. Hätte diese Argumentation den Gerichtshof überzeugt, so hätte der Konzern dadurch 22 Millionen Dollar gespart (Eine Fabrik für 50 Millionen $ ist billiger als eine Strafe von 72 Millionen $). Doch das Gericht ließ sich hierdurch nicht beeindrucken. Aus dem Ölfeld werden täglich etwa 260 000 Barrel Öl gefördert. Damit trägt es zu etwa 30 % zur Ölproduktion von Kasachstan bei. Die bisherigen Pläne sahen eine Förderausweitung auf mindestens 600.000 b/d vor. Damit kommt diesem Feld die wichtigste Rolle in der Ölproduktion von Kasachstan zu. Doch wie AP am 14 November 2002 meldet, hat TengizChevron diese Pläne vorerst auf Eis gelegt. Man kann annehmen, dass diese Investitionsentscheidungen in Zusammenhang mit dem Gerichtsurteil stehen. Damit sind Investitionssummen von ca. 3 Mrd $ verbunden, die entgegen den ursprünglichen Plänen jetzt nicht investiert werden. Das wird große Auswirkungen auf die gesamte Ölförderung in Kasachstan haben und zu großen Verzögerungen führen. An TengizChevron sind die Firmen ChevronTexaco, ExxonMobil, BP und die einheimischen Firmen Kazakh State Oil und KazMunaiGaz beteiligt. Eine ökonomische Erschließung des im Jahr 2000 entdeckten offshore Feldes "Kashagan" wird damit unwahrscheinlicher, zumal es ähnlich schwierige Produktionsbedingungen wie Tengiz aufweist. Nicht umsonst heisst dieses Feld im Sprachjargon der Insider "Cash all gone". Wie bereits in energiekrise.de berichtet haben sich bereits kurz nach den Analysen der ersten Ölbohrungen von Kashagen die Firmen BP und Statoil aus dem künftigen Betreiberkonsortium zurückgezogen, da sie ihre Kriterien für eine erfolgreiche Beteiligung nicht gegeben sahen. Tengiz ist jetzt die dritte große Enttäuschung am Kaspischen Meer, nachdem im Frühjahr ExxonMobil sich bereits aus der Erschließung von Ölfeldern im offhsore Bereich von Aserbeidschan zurückgezogen hatte. Im vielversprechenden Bereich des Riesenölfeldes Azeri-Gunashli hatte ExxonMobil fast ein Milliarde Dollar investiert, sich aber enttäuscht aus Aserbeidschan zurückgezogen, nachdem man nicht fündig wurde (Siehe die energiekrise.de vom 6. Juli 2002). World Energy
Outlook der Internationalen Energieagentur
Ob diese Art Prognosen eine verlässliche Basis für unser künftiges Handeln sein können? Die Kanadische
Gasförderung und -versorgung steht vor schwierigen Zeiten
Daraus lassen sich folgende Kosten errechnen:
Wer im vergangenen Jahr regelmäßig die Gasspeicherstatistik von USA und Kanada beobachtete, mag zu dem Schluss gekommen sein, dass die USA ihre Gasspeicher überraschend schnell auffüllen konnten, wohingegen in Kanada wesentlich weniger Gas in die Speicher abgezweigt wurde. Das wundert inzwischen auch einige Kanadier. So z.B. mahnt eine Untersuchung des "Canadian Center for Policy Alternatives - Nova Scotia" (CCPA - NS), dass es höchste Priorität für die kanadische Regierung sein sollte, die Interessen aller Kanadier zu schützen und nicht nur die der Öl- und Gasindustrie. Hintergrund dieses Appells ist eine Auseinandersetzung vor dem National Energy Board (NEB - die für Energie zuständigen Regulierungsbehörde in Kanada). Dort war auf Ersuchen der Regionalregierung der Provinz New Brunswick am 15. Juli eine Anhörung. Man möchte erreichen, dass zunächst die kanadischen Gasbelange berücksichtigt werden, bevor dieses Gas in den Export gelangt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die ja auch in Statuten der NEB explizit formuliert wurden. In den vergangenen Jahren wurde jedoch zusehends neu erschlossene Gasfelder direkt mit Exportpipelines verbunden, so dass kanadische Gasunternehmen gar nicht die Chance hatten, für dieses Gas mitzubieten. Ermöglicht wurde dies durch Ausnahmegenehmigungen von den Statuten der NEB. Diese Vorgänge erhalten zusätzliche Brisanz durch zwei weitere Aspekte: Einmal wurde in den NAFTA-Verträgen unter der Präsidentschaft von Malrony formuliert, dass Kanada seine Energieexporte in die USA nur dann reduzieren darf, wenn einerseits dadurch die Belange der USA nicht gefährdet werden und andererseits Kanada den Eigenverbrauch im selben Verhältnis reduziert. Der Prozentsatz wird anhand der Verteilung der jeweils letzten 36 Monate festgeschrieben. Nun wurden aber gerade in jüngster Zeit das Verhältnis Exporte zu Eigenverbrauch drastisch zugunsten der Exporte in die USA angehoben. Besondere Sorge bereitet hier, dass die NAFTA-Verträge den NEB-Regularien übergeordnet sind, also diese im Interessenkonflikt ausser Kraft setzen können. Zum anderen zeichnet sich ab, dass es in absehbarer Zeit Engpässe in der kanadischen und US-amerikanischen Gasförderung geben könnte. So z.B. konnte seit der Gaskrise im Winter 2000 durch intensive Explorationsbemühungen die Gasproduktion in Kanada nochmals leicht angehoben werden. Basis dieses Produktionszuwachses war das Feld Ladyfern, das seit 15 Jahren größte im Jahr 2000 neu gefundene Gasfeld. Dieser Fund löste einen wahren "Gasrausch" unter den Firmen aus, so dass in seiner Umgebung intensivst gebohrt wurde. Doch trotz aller Bemühungen blieb es der einzige bedeutende Fund. Schnell wurde Ladyfern in Produktion gebracht, doch bereits eineinhalb Jahre danach hat es das Fördermaximum überschritten. Hintergrund scheint zu sein, dass sich zu viele Firmen auf dieses Feld stürzten und mit einer Vielzahl von Bohrungen das Gas so schnell wie möglich entnahmen. Die Errichtung der Gasförder- und Aufbereitungsanlagen war zwischen den einzelnen Firmen nicht abgestimmt, so dass das Gas wesentlich schneller entnommen wurde als ökonomisch vernünftig gewesen wäre - die gebauten Anlagen werden nicht ausgelastet. Man vermutet, dass die Förderrate dieses Feldes bereits in einem Jahr nur noch 15 % der Maximalförderung betragen wird. Ohne dieses Gasfeld wäre die kanadische Gasproduktion bereits heute um etwa 2 Prozent geringer ausgefallen. Dies und mehr kann man in einem längeren Artikel von Claudia Cattaneo in der Financial Post Calgary vom 11. November 2002 nachlesen. Kanadische
Ölsandproduktion wird ausgeweitet Es wird erwartet, dass im kommenden Jahr die kanadische Produktion nochmals kräftig ausgeweitet wird, da dann mehrere Projekte zur Produktionsausweitung vollendet sein werden. So z.B. wird PetroCanada für 290 Mio C$ eine 30 kb/d Bitumenproduktion am Mackay River aufnehmen. Diese wird voraussichtlich bis 2007 um 80 kb/d am Meadow Creek ergänzt werden. Dort wird man allerdings mindestens 800 Millionen C$ investieren müssen. Das ist dann noch kein synthetisches Rohöl, sondern Bitumen. Um diesen zu Rohöl aufzuarbeiten, plant PetroCanada in diesem Jahrzehnt für 4 - 5 Milliarden C$ seine Raffinerie in Edmonton umzurüsten. Möglicherweise noch in diesem Jahr wird Shell ebenfalls in Edmonton eine Raffinerie in Betrieb nehmen, die dann 155kb/d synthetisches Rohöl produzieren wird. Der Rohstoff (Bitumen) dazu wird über eine 500 km lange Pipeline aus Nordostalberta angeliefert werden. Diese Raffinerie hat ca. 1,7 Milliarden US$ gekostet. Im Unterschied zu vielen anderen Rafferien will Shell fast 80 - 90 % des Bitumen in synthetisches Rohöl umwandeln. (Ansonsten fällt ein Großteil von minderwertigem "Koks" an, der teils vermarktet, teils verbrannt oder gelagert wird). Hierzu wird das Bitumen mit Wasserstoff versetzt. Es werden ca. 8 Mio m3 Wasserstoff pro Tag (290 MMcf/day) benötigt. Der Wasserstoff soll über einen Reformer aus Erdgas erzeugt werden. (Diese Angaben entstammen einem Artikel aus New Technology Magazine vom Juli/August 2001) Ölsande
kontra Wasserstoff und Erdgas - Wie lange noch? Die Europäische
Ölförderung weiter im Rückgang Die Europäische
Gasförderung am Maximum Neues von
ExxonMobil So erklärte der "executive Vice President" Harry J. Longwell in einer Rede am 7. Mai 2002: "The catch, as you can see, is that while demand increases, existing production declines. To put a number on it, we expect that by 2010 about half the daily volume needed to meet projected demand is not on production today -- and that's the challenge facing producers. This means industry may need to add some 80 million oil-equivalent barrels per day by 2010 to meet projected demand. The cost of doing so could reach $1 trillion, or about $100 billion a year. That's substantially more than industry is spending today." Im Klartext heisst dies: Die nächsten 10 Jahre werden vollkommen anders als die vergangenen zehn Jahre sein. Das deckt sich auch mit den Aussagen aus dem World Energy Outlook der IEA, dass die künftige Ölförderung deutlich teurer als in der Vergangenheit werden wird. Lee Raymond, Vorstandsvorsitzender von Exxon hat sich in einer Rede vom 10. Juni 2002 ("A world of change") auch zur Europäischen Gasproduktion geäussert: "And so too will Europe, which even with a slowdown in the growth of energy demand may still see imports of oil increase by nearly 50 percent. There may be an even larger influx of natural gas, as North Sea and other traditional fields decline." http://www.energiekrise.de/ |